Jeden Tag reguliert ein Bienenvolk sein Stockklima – bei Sommerhitze, Winterkälte und starken Temperaturschwankungen.
Wir sind überzeugt: Eine durchdachte Behausung sollte das Bienenvolk dabei unterstützen. Deshalb hinterfragen wir bewährte Konstruktionen, verbinden langjährige Imkereierfahrung mit natürlichen Materialien und entwickeln eine Beute, bei der das Stockklima im Mittelpunkt steht.
StockKlima 50 – gebaut rund um die Bedürfnisse des Bienenvolkes.
Hitze im Sommer mit Temperaturen bis knapp 40 °C. Kälte im Winter bis zu –19 °C. Dazu Wind, Feuchtigkeit und große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.
Während wir Menschen über Rähmchenmaße, Gewicht und Handhabung sprechen, muss ein Bienenvolk jeden Tag sein Stockklima regulieren.
Doch wie viel Energie kostet es die Bienen, ungünstige Bedingungen ihrer Behausung auszugleichen?
Genau hier setzt unsere StockKlima 50 an. Was wäre, wenn wir eine Bienenbeute nicht in erster Linie danach bauen, was für uns Imker am bequemsten ist – sondern danach, was das Bienenvolk braucht?
Aus unserer langjährigen Erfahrung in der Imkerei und im Beutenbau entwickeln wir bei Bienen Janisch eine Klimabeute, die auf den Eigenschaften natürlicher Materialien aufbaut.
Nicht gegen die Natur. Sondern mit ihren physikalischen Prinzipien.
Im Sommer beobachten wir Bienen vor dem Flugloch und an der Beutenwand. Sie ventilieren, transportieren Wasser und regulieren Temperatur und Feuchtigkeit. Bei großer Hitze müssen sie erhebliche Anstrengungen unternehmen, um das Stockklima aufrechtzuerhalten.
Im Winter sitzt dasselbe Bienenvolk in einer vergleichsweise kleinen Wintertraube und muss mit seinen vorhandenen Ressourcen durch die kalte Jahreszeit kommen.
Natürlich können Honigbienen ihr Stockklima selbst regulieren. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob sie das können. Sondern wie gut ihre Behausung sie dabei unterstützt.
StockKlima 50 wurde nicht einfach am Computer entworfen und anschließend produziert.
Wir beobachten, bauen, testen, diskutieren und verändern.
Dabei verbinden wir unsere Erfahrungen aus der praktischen Imkerei mit unserem Wissen aus der Holzverarbeitung und dem Beutenbau.
Manchmal sind es nur wenige Millimeter, die eine Konstruktion entscheidend verändern.
Besonders wichtig ist für uns das Zusammenspiel von Boden, Wand und Deckel. Denn eine Klimabeute ist nicht einfach eine dickere Holzkiste. Das gesamte System muss funktionieren.
Der Boden der StockKlima 50 ist bewusst vollständig geschlossen und massiv ausgeführt.
Diese Konstruktion soll unkontrollierte Luftbewegungen von unten reduzieren und dem Bienenvolk einen geschützten Innenraum bieten. Boden und Mittelteil werden fest miteinander verspannt. Bereits bei der Konstruktion achten wir darauf, unnötige Kältebrücken möglichst zu reduzieren und die Eigenschaften der eingesetzten Naturmaterialien optimal miteinander zu verbinden.
Auch das Flugloch wurde bewusst gestaltet. Es liegt geschützt und soll den direkten Einfluss von Zugluft und starken Winden reduzieren.
Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) beschäftigen wir uns außerdem damit, wie sich der Fluglochbereich künftig sinnvoll in entsprechende Schutzkonzepte integrieren lässt.
Denn ein Flugloch ist mehr als nur eine Öffnung. Es verbindet das Bienenvolk mit seiner Außenwelt.
Massives Holz, Holzweichfaser und Kork werden so miteinander kombiniert, dass ihre unterschiedlichen Eigenschaften gemeinsam genutzt werden können.
Außen sorgt das massive Holz für Stabilität und Schutz. Die Holzweichfaser bildet eine zusätzliche dämmende Ebene. Auf der Innenseite kommt Kork zum Einsatz – ein Naturmaterial mit besonderen bauphysikalischen Eigenschaften.
Die Korkeiche wächst vor allem im Mittelmeerraum, beispielsweise in Portugal und Spanien. Ihre dicke Korkrinde schützt das lebende Gewebe des Baumes vor Hitze, Austrocknung und bis zu einem gewissen Grad sogar vor Waldbränden.
Das Geheimnis liegt in ihrer besonderen Zellstruktur.
Kork besteht aus Millionen winziger, gasgefüllter Zellen, die ähnlich wie Bienenwaben angeordnet sind. Diese Struktur macht Kork zu einem hervorragenden natürlichen Wärmedämmstoff. Gleichzeitig nimmt Kork nur wenig flüssiges Wasser auf und lässt Wasserdampf vergleichsweise langsam hindurch. Dadurch kann er den Feuchtigkeitsaustausch begrenzen, ohne vollständig dampfdicht zu sein. Dank seiner Zellstruktur und natürlichen Inhaltsstoffe ist Kork zudem widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit und biologischem Abbau.
Genau diese Eigenschaften machen Kork für unsere StockKlima 50 so wertvoll:
Wärmeschutz, Feuchtigkeitsbeständigkeit und eine langlebige, natürliche Materialstruktur.
Unser Ziel ist nicht, das Bienenvolk hermetisch von seiner Umwelt abzuschotten.
Wir wollen vielmehr extreme äußere Einflüsse stärker abpuffern und das Bienenvolk bei der Regulierung seines Stockklimas unterstützen.
Warme und feuchte Luft steigt nach oben. Rund 70 % der Energie eines Bienenvolkes gehen über den Deckel verloren. Deshalb verdient gerade der obere Abschluss einer Bienenbeute besondere Aufmerksamkeit.
Nach unserem konstruktiven Ansatz muss der Deckel doppelt so gut isoliert sein wie die Seitenwände.
Hier verbinden wir unsere imkerlichen Erfahrungen mit bauphysikalischen Überlegungen.
Der Deckel der StockKlima 50 besteht aus:
• 19 mm Holzfaserplatte
• 40 mm Holzfaserplatte
• 50 mm Kork
• 24 mm Fichtenholz Konstruktion
Die Holzfaser liegt auf der Stockseite offen. Dadurch kann sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.
Wichtig sind außerdem eine wassersperrende Folie und eine Hinterlüftung als Trocknungsmöglichkeit. Über der Holzfaser befindet sich die massive Korkschicht als zusätzliche Dämmebene.
So entsteht ein besonders starker oberer Abschluss, bei dem Wärmeschutz, Feuchtepufferung und die natürlichen Eigenschaften der Materialien zusammenspielen. Denn gerade dort, wo die Wärme aufsteigt, wollten wir bei der Entwicklung nicht aufhören zu denken.
Eine Konstruktion kann auf dem Papier noch so interessant sein. Entscheidend ist, was tatsächlich am Bienenvolk passiert.
An heißen Sommertagen haben wir StockKlima-50-Beuten mit dünnwandigeren Beuten am selben Standort verglichen. Dabei konnten wir bei vergleichbarer Volksstärke interessante Unterschiede beobachten.
Während sich bei dünnwandigeren Beuten teilweise ein ausgeprägter „Bienenbart“ vor dem Flugloch bildete, sammelten sich bei den stärker gedämmten StockKlima-50-Beuten deutlich weniger Bienen außerhalb der Beute. Auch im Honigraum und bei der Verdeckelung konnten wir Unterschiede beobachten.
Diese Erfahrungen sind für uns wertvoll. Sie sind jedoch noch kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis.
Deshalb beobachten, vergleichen und dokumentieren wir weiter.
Wir wollen nicht einfach behaupten, dass eine Beute besser ist. Wir wollen verstehen, was darin passiert.
| Bereich | Klassische Bienenbeute | StockKlima 50 |
|---|---|---|
| Wandaufbau | Überwiegend einschichtiges Holz oder Styropor | Mehrschichtiger Aufbau aus Holz, Holzweichfaser und Kork |
| Dämmung | Abhängig von Material und Wandstärke | Hoher Dämm- und Puffereffekt durch die Materialkombination |
| Boden | Je nach System offen oder geschlossen | Massiver, geschützter Boden |
| Flugloch | Klassischer Fluglochbereich | Geschützte konstruktive Ausführung |
| Deckel | Je nach System Holz-, Blech- oder Dämmaufbau | 4 cm Holzfaser und 5 cm Kork |
| Feuchtepufferung oben | Abhängig vom verwendeten Material | Offene Holzfaser zur Stockseite kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben |
| Wärmebrücken | Konstruktionsabhängig | Bei der Entwicklung gezielt berücksichtigt und möglichst reduziert |
| Materialien | Holz, Kunststoff oder Styropor | Holz, Holzweichfaser und Kork |
| Entwicklungsansatz | Bewährte klassische Beutenkonstruktion | Konsequenter Fokus auf Stockklima und thermische Pufferung |
StockKlima 50 soll keine komplizierte Hightech-Beute werden. Im Gegenteil.
Wir setzen bewusst auf Materialien, die Menschen seit Generationen kennen: Holz. Holzfaser. Kork.
Entscheidend ist, wie wir diese Materialien miteinander verbinden und ihre Eigenschaften nutzen. Karl, Thomas, Walter und unser Team bringen laufend neue Erfahrungen in die Entwicklung ein. Viele Ideen entstehen nicht nur in der Werkstatt, sondern direkt am geöffneten Bienenvolk.
Denn am Ende entscheidet nicht die Theorie allein. Am Ende müssen die Bienen damit leben.
StockKlima 50 richtet sich an Menschen, die ihre Bienenhaltung nicht ausschließlich über Rähmchenmaße, Handhabung und Honigertrag betrachten.
Sondern an Imker, die genauer hinschauen und sich Fragen stellen:
• Wie verhält sich meine Beute bei 35 oder 38 °C?
• Was passiert bei starken Temperaturwechseln?
• Welche Rolle spielen Wand, Boden und Deckel?
• Wie geht die Konstruktion mit Feuchtigkeit um?
• Wie nahe können wir mit modernen Beuten wieder an die Eigenschaften einer natürlichen Behausung herankommen?
StockKlima 50 ist unsere Antwort auf diese Fragen – und gleichzeitig eine Entwicklung, die wir laufend fortsetzen.
StockKlima 50 ist für uns nicht einfach ein weiteres Produkt im Sortiment. Sie ist das Ergebnis einer Frage, die uns seit Langem beschäftigt: Wie würden wir eine Bienenbeute bauen, wenn das Stockklima von Anfang an im Mittelpunkt steht?
Unsere Antwort darauf entwickelt sich weiter. In der Werkstatt. Am Bienenstand. Und gemeinsam mit den Imker, die StockKlima 50 in der Praxis einsetzen.
StockKlima 50 – gebaut rund um die Bedürfnisse des Bienenvolkes.
Der Name steht für unseren Fokus auf das Klima innerhalb des Bienenstocks und die bewusst stark ausgeführte Beutenkonstruktion.
StockKlima 50 verbindet massive und dämmende Naturmaterialien zu einem Gesamtsystem.
Der Wandaufbau besteht aus massivem Holz, Holzweichfaser und Kork. Auch im Deckel kommen Holzfaser und eine starke Korkschicht zum Einsatz.
Kork ist ein natürlicher Werkstoff mit hervorragenden wärmedämmenden Eigenschaften. In Verbindung mit Holz und Holzweichfaser nutzen wir ihn als Bestandteil unseres mehrschichtigen Beutenaufbaus.
Der obere Abschluss spielt für das thermische Verhalten und den Umgang mit aufsteigender warmer, feuchter Luft eine besonders wichtige Rolle.
Deshalb besteht unser Deckel aus einer starken Kombination von Holzfaser und Kork.
Die zur Stockseite offene Holzfaser im Deckel kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.
Wie sich diese Eigenschaft unter unterschiedlichen Bedingungen am Bienenstand auswirkt, beobachten wir laufend in der Praxis.
Unsere bisherigen Erkenntnisse beruhen auf konstruktiven Überlegungen sowie eigenen Erfahrungen und Beobachtungen aus der praktischen Imkerei.
Einzelne Beobachtungen verstehen wir ausdrücklich nicht als wissenschaftlichen Nachweis. Wir dokumentieren und entwickeln das System laufend weiter.
Die eingesetzten Materialien und der starke Wandaufbau sollen den Wärmeeintrag und schnelle Temperaturänderungen stärker abpuffern als eine dünne, einschichtige Wand.
Wie stark sich dies auf ein konkretes Bienenvolk auswirkt, hängt unter anderem von Standort, Volksstärke, Sonneneinstrahlung und Betriebsweise ab.
Der Fluglochbereich wurde bewusst geschützt konstruiert.
Zusätzlich beschäftigen wir uns damit, wie zukünftige Schutzmaßnahmen gegen die Asiatische Hornisse sinnvoll integriert werden können.
Einen vollständigen Schutz vor Vespa velutina allein durch die Beutenkonstruktion versprechen wir nicht.
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